Heufütterung im Offenstall

Welches Mineralfutter ist das richtige für dein Pferd?

Wofür Mineralstoffe gebraucht werden

Im deutschsprachigen Raum sind mehr als 350 verschiedene Mineralfutter-Mischungen erhältlich. Doch welches ist das richtige Mineralfutter für dein Pferd? Und wovon hängt die Wahl des passenden Mineralfutters ab?

Mengen- und Spurenelemente erfüllen im Körper zahlreiche Funktionen: Sie regulieren den Säure-Basen-Haushalt, bilden strukturelle Bausteine (etwa im Skelett), wirken als Cofaktoren von Enzymen und sind am Energiestoffwechsel beteiligt. Einige sind außerdem fester Bestandteil von Vitaminen, Hormonen und Aminosäuren.

Auch Vitamine sind für einen normal ablaufenden Stoffwechsel essenziell. Ein Vitamin A-Mangel steigert beispielsweise u.a. die Infektanfälligkeit, während ein Defizit an Vitamin E sekundär zu degenerativen Veränderungen an der Muskulatur führen kann.

Aber auch eine Überversorgung an Vitaminen und Mineralstoffen über einen längeren Zeitraum kann die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Pferdes beeinträchtigen. Daher wurden je nach Körpergewicht des Pferdes maximal tolerierbare Konzentrationen an Vitaminen und Mineralstoffen definiert.

Pferd auf der Koppel
Pferd im Offenstall frisst Heu

Auf das richtige Verhältnis kommt es an

Doch nicht nur die Mengen der Mineralstoffe sind wichtig, sondern auch die Verhältnisse aller Mineralstoffe zueinander. Denn einzelne Mengen- und Spurenelemente beeinflussen häufig die Resorption, den Stoffwechsel und/oder die Ausscheidung anderer Nährstoffe. D.h. ein Überschuss oder ein Mangel bestimmter Mineralstoffe kann den Bedarf an anderen verändern.

Den größten Teil der benötigten Mineralstoffe nimmt das Pferd über das Raufutter auf. Der Mineralstoffgehalt von Heu/Heulage variiert allerdings mit der Mineralstoffkonzentration des Bodens, der Pflanzenart, dem Reifestadium und den Erntebedingungen.

Das bedeutet, dass die Zusammensetzung des Heus regional sehr unterschiedlich ist. Das passende Mineralfutter kann daher nur in Kombination mit einer Heuanalyse und individuellen Rationsberechnung bestimmt werden.

Mineralstoffversorgung anhand einer Blutuntersuchung?

Eine Blutuntersuchung allein – ohne Berücksichtigung der Ration und des klinischen Bildes – erlaubt in der Regel keine verlässliche Aussage über eine bedarfsgerechte Mineralstoffversorgung. Der Grund: Das Blut ist in erster Linie ein Transportmedium, kein Speicherorgan. Bei vielen Mineralstoffen hält der Körper den Blutspiegel durch fein regulierte Mechanismen über lange Zeit konstant. Ein Blutwert im Normbereich schließt daher einen Versorgungsengpass nicht aus. Ebenso lässt sich einzig aufgrund erniedrigter Werte der Spurenelemente im Blut wie z. B. Zink, Mangan oder Eisen kein Mangel ableiten. Eine Supplementierung einzelner Mengen- und Spurenelemente aufgrund eines anscheinenden Mangels laut Blutuntersuchung kann mehr schaden als nutzen: Weil Mineralstoffe sich gegenseitig beeinflussen, kann die gezielte Zufuhr eines einzelnen Elements die Aufnahme eines anderen stören und so ein Ungleichgewicht erst erzeugen.

Für einzelne Parameter (z. B. Selen und Vitamin E) kann eine Blutuntersuchung aber durchaus hilfreiche Hinweise liefern. Aussagekräftig wird das Ergebnis aber erst im Zusammenspiel mit einer Rationsberechnung und der klinischen Beurteilung des Pferdes.

Pferd frisst frisches Gras

Vorteile einer Futterberatung

  • Langfristige Gesunderhaltung
  • Vorbeugung von fütterungsbedingten Erkrankungen
  • Unterstützung bei gesundheitlichen Problemen
  • Steigerung der Leistungsfähigkeit
Pferd im Galopp auf der Weide

Kommentare

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Pferdefütterung in Balance - Kathrin Aretz

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen